Frauenherzen - Männerherzen
Geschlechtsspezifische Aspekte der Koronaren Herzerkrankung

Materialsammlung und Linkliste

Koronare Herzerkrankungen stellen für Frauen wie für Männer ein gesundheitliches Risiko mit einem hohen Verlust an Lebensqualität dar. Bis in die 1980er Jahre hinein war der Blick auf die Krankheit bei Frauen aufgrund der drei- bis viermal höheren Herzinfarktrate von Männern bis zum 64. Lebensjahr verstellt. Die Koronare Herzerkrankung bei Frauen wurde wenig beachtet und kaum erforscht. Aufgrund internationaler Studien sind geschlechtsspezifische Unterschiede mittlerweile für alle Phasen und Stationen gesundheitlicher Versorgung – von der Prävention bis zur Rehabilitation – belegt. Seit einigen Jahren setzen sich Expertinnen und Experten auch in Deutschland intensiv mit der Thematik auseinander.

Für diese Materialsammlung haben wir relevante Leitlinien, Evidenzberichte, Expertisen, Praxisbeispiele sowie weiterführende Links und Literatur zusammengestellt. Ein großer Teil der Materialien ist, selbst wenn von deutschsprachigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlerinnen erstellt, in englischer Sprache verfasst. Dies stellt die internationale Wahrnehmung und Anerkennung der Studien sicher. Wir haben versucht, möglichst viele deutschsprachige Studien aufzunehmen und uns bei den Buchempfehlungen auf die deutschsprachige Auswahl konzentriert. Eine weitere Hürde ist für alle zu überspringen, die mit der medizinischen Sprache nicht vertraut sind. Im Internet können alle Begriffe jedoch schnell nachgeschlagen werden. Darüber hinaus hoffen wir, dass durch die klare Gliederung und die Formulierung der Forschungshypothesen der Zugang zur Thematik für alle erleichtert wird.

Bei der Zusammenstellung wurde deutlich, dass bisher nur wenig sozialwissenschaftliche Forschungsergebnisse vorliegen. Dies ist besonders erstaunlich, weil einerseits Lebensweisen wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung einer Koronaren Herzerkrankung haben und andererseits die Erkrankung selbst sich unmittelbar auf Lebensqualität und Lebensstil auswirkt. Falls zu diesen Fragen Forschungserkenntnisse vorliegen, die wir womöglich übersehen haben: Bitte nennen Sie uns die Quelle!

Copyright:
Koordinationsstelle Frauen und Gesundheit NRW
Erstellt durch: Dr. Walburga Freitag, Mitarbeiterin der Koordinationsstelle
Stand: Juli 2005

Die Koordinationsstelle wird aus Mitteln des Landes NRW finanziert. Sie ist eine unabhängige Einrichtung. Bei der Erstellung der Materialsammlung wurden in gleichem Maße Publikationen berücksichtigt, die die Hypothesen im Text stützen und in Frage stellen. Die Sammlung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Expertinnen und Experten sind aufgefordert, uns auf relevante neue Literatur, Links, Akteurinnen und Akteure hinzuweisen.



Inhalt

 

Freitag, Walburga, Mitarbeiterin der Koordinationsstelle, Schwerpunkt:Frauenherzen-Männererzen. Herausforderungen an die Behandlung der koronaren Herzerkrankung. Ein Überblick. In: informiert! Nr.9 / 2005 - 5.Jg., S. 9-10 (PDF)

Gülker, Hartmut,
Direktor des Herzzentrum Wuppertal im Helios Klinikum:Versorgung von Herz-Kreislauferkrankungen bei Frauen in NRWIn: informiert! Nr.9/ 2005 - 5.Jg. S. 10-11 (PDF)

Härtel, Ursula,
Humanwissenschaftliches Zentrum der Universität München:GeschlechterspezifischeUnterschiede in der kardiologischen RehabilitationIn: informiert! Nr.9/ 2005 - 5.Jg. S. 11-12 (PDF)

Interview mit Gaby Boos:
Ambulante Herzsportgruppen für Frauen im Essener Sportbund. In: informiert! Nr.9/ 2005 - 5.Jg., S. 12-13 (PDF)

 

Agency for Healthcare Research and Quality, U.S. Department of Health and Human Services und San Francisco-Stanford University Evidence-based Practice (2003): Results of Systematic Review of Research on Diagnosis and Treatment of Coronary Heart Disease in Women. Evidence Report Nr. 80.
PDF zum download unter: http://www.ahrq.gov/clinic/tp/chdwomtp.htm

Agency for Healthcare Research and Quality, U.S. Department of Health and Human Services und San Francisco-Stanford University Evidence-based Practice Center (2003): Diagnosis and Treatment of Coronary Heart Disease in Women: Systematic Reviews of Evidence on Selected Topics. Evidence Report Nr. 81.
PDF zum download unter: http://www.ahrq.gov/clinic/tp/chdwtoptp.htm

Weitere Informationen und Forschungsergebnisse der Agency for Healthcare Reasearch unter http://www.ahrq.gov/research/womenix.htm#Cardio
Mosca, Lori, Lawrence J. Appel, Emelia J. Benjamin, u. a. (2004): Evidence-Based Guidelines for Cardiovascular Disease Prevention in Women. In: Circulation 109 (published online before print February 4 2004): 672 - 693.  PDF zum download unter: http://www.acc.org/clinical/consensus/CVD_women/women.pdf


 

Arbeitsgruppe „Kardiovaskuläre Erkrankungen bei Frauen“ AG 28 der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung
Professur für Frauengesundheit mit Schwerpunkt Herzkrankheiten an der Charite in Berlin, Lehrstuhlinhaberin: Prof. Dr. Vera Regitz-Zagrosek, Berlin; Hinweis auf zahlreiche geschlechtsspezifisch angelegte Forschungsprojekte.

Der Lehrstuhl an der Charite verantwortet das Graduiertenkolleg 754: Geschlechtsspezifische Mechanismen bei Myokardhypertrophie der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Infos hierzu:  http://www.charite.de/graduiertenkolleg754  sowie
 
Ende 2003 wurde im Rahmen des Forschungsverbundes ‚Kompetenznetz Herzinsuffizienz’ das Teilprojekt ‚Soziomedizinische Genderforschung zur Herzinsuffizienz’ an der Universität Essen eingerichtet.
Ausgewählte Publikationen der MONICA-Studie: durchgeführt von 1979-2002 in  38 Zentren in 21 Ländern (Nachfolgeprojekt ist KORA)

Hugh Tunstall-Pedoe/ World Health Organization
(2003): MONICA: monograph and multimedia sourcebook; world's largest study of heart disease, stroke, risk factors, and population trends, 1979 - 2002. Geneva: World Health Organization.

Härtel, Ursula und H. Löwel
(1991): Familienstand und Überleben nach Herzinfarkt - Ergebnisse des MONICA-Augsburg-Herzinfarktregisters. In: Münchener Medizinische Wochenschrift 133 (30): 464-468.

Gregor, R., I.  Bata, B.  Eastwood, u. a.
(1994): Gender differences in the presentation, treatment, and short-term mortality of acute chest pain.
In: Clini Invest Med 17 (6): 551-562.
Ausgewählte Publikationen der Deutschen Herz-Kreislaufpräventionsstudie (DHP) - Laufzeit von 1984-1994 

Forschungsverbund DHP (Hrsg.)
(1998): Die Deutsche Herz-Kreislauf-Präventionsstudie (DHP). Design und Ergebnisse. Bern: Hans Huber Verlag

Kreuter, H., Klaes, L., Hoffmeister, H., Laaser, U.
(1995):  Prävention von Herz-Kreislaufkrankheiten. Ergebnisse und Konsequenzen der Deutschen Herz-Kreislauf-Präventionsstudie. Weinheim: Juventa

Helmert, Uwe
(1995): Kardiovaskuläre Risikofaktoren und Beruf. Resultate der Gesundheitssurveys der Deutschen Herz-Kreislauf-Präventionsstudie. Sozial- und Präventivmedizin, 41 (3):165 - 177

Helmert, Uwe, S. Shea und Karin Bammann
(1997): The impact of occupation on self-reported cardiovascular morbidity in western Germany: gender differences. In: Reviews in Environmental Health 12 (1): 25 - 42.

Informationen zur Studie und ausführliche Publikationsliste:

http://www.wiad.de/projekte/pra/dhp/
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Hg.) (2001): Bericht zur gesundheitlichen Situation von Frauen in Deutschland. Schriftenreihe des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Bd. 209. Stuttgart: Kohlhammer. Kap. 3.2 Herz-Kreislauferkrankungen. S. 109-121
 
Ministerium für Frauen, Jugend, Familie und Gesundheit NRW (Hrsg.) (2000). Gesundheit von Frauen und Männern. Landesgesundheitsbericht 2000. Düsseldorf. Kap. 5.1 Geschlechtsspezifische Unterschiede in der kardiologischen Versorgung und Rehabilitation. S. 181-196
 
Landtag Nordrhein-Westfalen (Hg.) (2004): Zukunft einer frauengerechten Gesundheitsversorgung in NRW. Bericht der Enquetekommission des Landtags Nordrhein-Westfalen in NRW. Wiesbaden: VS. Kapitel 4.6: Versorgung von Herz-Kreislauferkrankungen bei Frauen.

Härtel, Ursula (2003): Ist-Analyse Prävalenz der Herz-Kreislauferkrankungen bei Frauen in NRW. Gutachten im Auftrag der Enquete-Kommission "Zukunft einer frauengerechten Gesundheitsversorgung in NRW. Düsseldorf. PDF zum download unter: http://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/GB_I/I.1/EK/EKALT/13_EK2/aktuelles.jsp

Moebus, Susanne (2003): Analyse und Bewertung der Ursachen für die unterdurchschnittliche Inanspruchnahme der Versorgungseinrichtungen für die Herz-Kreislauferkrankungen in NRW durch Frauen. Essen: Institut für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie,
Universitätsklinikum Essen: 94. Gutachten im Auftrag der Enquete-Kommission „Zukunft einer frauengerechten Gesundheitsversorgung in NRW. Düsseldorf .   PDF-downlaod unter:
http://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/GB_I/I.1/EK/EKALT/13_EK2/aktuelles.jsp

Kuhlmann, Ellen
(2004): Gender Mainstreaming in den Disease Management-Programmen. Das Beispiel Koronare Herzerkrankung. Expertise im Auftrag der Bundeskoordination Frauengesundheit (BKF). Bremen: Universität Bremen.
http://www.zes.uni-bremen.de/~kuhlmann/expertise.pdf


Stellungnahme der Koordinationsstelle Frauen und Gesundheit NRW
„Koronare Herzerkrankungen und das Disease Management Programm. Was bringt die Geschlechterperspektive?“ Expertenworkshop am 27./ 28.10.2003, Zentrum für Sozialpolitik, Universität Bremen.
www.frauengesundheit-nrw.de

 

Homepage der Aktion Frauenherz. Eine internetbasierte Informationskampagne für Frauen und ihre Angehörige, die Anfang 2004 von einem Kreis von Kardiologinnen und Kardiologen entwickelt wurde.

 

Informationen über ein spezifisches Rehabilitationsprogramm für Frauen mit Herzerkrankungen ‚Frauenherzen schlagen anders’.