Gewalt und gesundheitliche Versorgung
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Gewalt gegen Frauen - eine Herausforderung für das Gesundheitswesen
Materialsammlung der Koordinationsstelle
Um Ärztinnen, Ärzten, medizinisch-pflegerischem Personal und anderen Interessierten einen möglichst schnellen Zugriff auf Literatur und Materialien zum Thema "Gesundheitliche Versorgung gewaltbetroffener Frauen" zu ermöglichen, hat die Koordinationsstelle eine Literatur- und Materialiensammlung erstellt. Sie bietet direkte Links zu allen Materialien, die im Internet verfügbar sind. Die Materialliste finden Sie hier:
im Internet auf unserer Seite oder zum Downloaden als pdf-Dokument Materialliste Gewalt Internet
Zum Themenkomplex "Gewalt und gesundheitliche Versorgung" gibt es eine Fülle von Literatur. Eine Literaturliste mit zentraler und grundlegender Literatur finden Sie hier: Literaturmaterialsammlung.Materialienband zur Implementierung von Interventionsprogrammen NEU erschienen
SIGNAL Berlin hat in Ergänzung des bereits veröffentlichten Handbuches den Materialienband "Häusliche Gewalt gegen Frauen: gesundheitliche Versorgung.
Materialienband zur Implementierung von Interventionsprogrammen"
herausgegeben. Diese Veröffentlichung ergänzt das Handbuch. Sie soll bei der standortspezifischen Ausgestaltung und Implementierung eines SIGNAL-Programmes helfen. Neben einer Zusammenfassung des Handbuches enthält sie Arbeitsblätter sowie weitere hilfreiche Materialien für die Praxis.
Kostenlose Bestellung unter: materialien@signal-intervention.deNeue Materialien für NRW erschienen
Das Land NRW hat zwei der Empfehlungen zur "Häuslichen Gewalt - die Rolle des Gesundheitswesens" umgesetzt.
Die Arbeits- und Planungshilfe "Häusliche Gewalt und Gesundheit" des Landesinstituts für den öffentlichen Gesundheitsdienst (lögd) ist erschienen. Sie richtet sich in erster Linie an die Kommunalen Gesundheitskonferenzen und soll diesem Gremium eine zielführende Bearbeitung des Themas ermöglichen.
Aus dem Inhalt:
- Häusliche Gewalt und ihre Auswirkungen auf die Gesundheit
- Häusliche Gewalt als Thema der kommunalen Gesundheitskonferenzen
- Umsetzungsbeispiele aus der kommunalen Praxis
- Rechtliche Aspekte, ärztliche Schweigepflicht, gerichtsfeste Dokumentation
- Kontakt und Unterstützung - Adressen.
Die Planungshilfe kann beim lögd bestellt werden unter sigrid.wuttke@loegd.nrw.de oder hier: PlanungsHilfe heruntergeladen werden.
Parallel hat eine Arbeitsgruppe bestehend aus den Ärztekammern, der Psychotherapeutenkammer, der Rechtsmedizin Köln, dem lögd und der Koordinationsstelle Frauen und Gesundheit NRW Materialien für Professionelle im Gesundheitssystem und betroffene Frauen entwickelt. Diese Materialien sollen im nächsten Schritt mit Adressen von kommunalen Hilfeeinrichtungen versehen werden und sind daher als CD der Arbeitshilfe beigefügt.
Sie können die Materialien aber auch hier ansehen bzw. downloaden:
1. Der Leitfaden "Diagnose: Häusliche Gewalt" informiert Professionelle über Gewalt, die gesundheitlichen Folgen und gibt Hilfestellung im Umgang mit betroffenen Frauen.
2. Der Dokumentationsbogen dient als Vorlage zur gerichtsverwertbaren Dokumentation. Auf einer Karte im Kitteltaschenformat sind die wesentlichen Punkte gut handhabbar zusammengefasst: MecCard.pdf
3. Für betroffene Frauen gibt es eine scheckkartenformatige Informationskarte "Gewalt ist nie privat!", die Informationen über Gewalt, Tipps für die Sicherheit und Adressen von Hilfeeinrichtungen enthält.Kommunen aktiv gegen häusliche Gewalt: Materialien, Fortbildungen, Veranstaltungen, Aktionen
Die Koordinationsstelle hat in einer landesweiten Befragung der 54 Kreise und kreisfreien Städte in Nordrhein-Westfalen zusammengetragen, welche Materialien zum Thema Häusliche Gewalt und Gesundheit" erstellt worden sind und welche Veranstaltungen, Fortbildungen und sonstigen Aktivitäten in den Kommunen stattgefunden haben. In der Auflistung finden Sie außerdem die Adressen der Ansprechpartner/innen.
BMFSFJ: Neue Broschüre "Genitale Verstümmelung"
Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat eine Broschüre "Genitale Verstümmelung bei Mädchen und Frauen" herausgegeben. Sie wendet sich an Ärztinnen und Ärzte und informiert über die gesundheitlichen Folgen, die medizinische Therapie und die Rechtslage in Deutschland. Sie steht zum Download bereit.
Neu erschienen: Den Kongressbericht der Tagung "Gewalt im Leben von Frauen und Männern - Forschungszugänge, Prävalenz, Folgen, Intervention", die am 23. September 2004 in Osnabrück stattfand, finden Sie hier.
Fachtagung "Häusliche Gewalt macht krank" am 04. November 2004 in Düren
Schwerpunktthema dieser zertifizierten Fachtagung zum Thema häusliche Gewalt waren die gesundheitlichen Auswirkungen auf Frauen und Kinder und die Anforderungen an die gesundheitliche Versorgung der Opfer von Gewalt. Dem Einführungsvortrag folgte die vertiefte Bearbeitung einzelner Themen in Workshops. Den Hauptvortrag mit dem Titel "Häusliche Gewalt - Auswirkungen auf die Gesundheit"(pdf) von Gabriele Klärs, Koordinationsstelle, können Sie hier einsehen.NEU: Die Koordinationsstelle hat in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe "Gewalt und gesundheitliche Versorgung" des Netzwerkes Frauen und Gesundheit NRW Arbeitsmaterialien zum Thema entwickelt. Um dafür zu sensibilisieren, dass fast jede Berufsgruppe im Gesundheitssystem in irgendeiner Weise mit den körperlichen und psychischen Folgen von Gewalt konfrontiert ist, enthält die Übersicht: "Wo erscheinen Frauen mit Gewalterlebnissen im gesundheitlichen Versorgungssystem?"(pdf) eine exemplarische Auflistung der typischen gesundheitlichen Probleme und Anliegen der Frauen z. B. in der zahnärztlichen, der allgemeinärztlichen Praxis, bei Hebammen etc..
Um die notwendigen Fortbildungsangebote zu unterstützen legt die Koordinationsstelle unter dem Titel "Erkennen und Handeln" - Fortbildung für Professionelle im Gesundheitssystem(pdf) außerdem die Beschreibung von Fortbildungsmodulen, ihren Inhalten und Zielen und Hinweisen aus welchen Berufsgruppen die Referentinnen und Referenten stammen sollten, vor.Neu: Das BMFSFJ hat mit seiner repräsentativen Studie "Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland" erstmals Prävalenzzahlen für Deutschland vorgelegt. Die Ergebnisse bestätigen das seit langem vermutete Ausmaß von Gewalt: 37% der befragten Frauen sind nach ihrem 16. Lebensjahr Opfer körperlicher Gewalt geworden und 40% haben sexuelle oder körperliche Gewalt oder beides erlebt. Das größte Gewaltrisiko geht für Frauen von Männern aus, mit denen sie zusammenleben, verpartnert oder verheiratet sind (50% der Betroffenen erleben Gewalt durch ihren Partner). Tatort ist in 70% aller Fälle die eigene Wohnung. Die schwerste Gewalt widerfährt Frauen in Paarbeziehungen, sowohl was den Verletzungsgrad als auch die Häufigkeit angeht.
Die Kurzfassung der Studie steht zum Download bereit unter:
http://www.bmfsfj.de/Kategorien/Publikationen/Publikationen,did=20530.html oder kann beim BMFSFJ bestellt werden.
Empfehlungen für NRW "Häusliche Gewalt - die Rolle des Gesundheitswesens"
Das Ministerium für Gesundheit, Soziales, Frauen und Familie NRW hat gemeinsam mit der Landesgesundheitskonferenz ein Eckpunktepapier "Häusliche Gewalt - die Rolle des Gesundheitswesens" herausgegeben. Das Papier wurde gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern des Vorbereitenden Ausschusses der LGK und weiteren Expertinnen und Experten erarbeitet. Auch die Koordinationsstelle Frauen und Gesundheit NRW war beteiligt. Es enthält Handlungsansätze für die tägliche Praxis und den Ausbau regionaler Kooperationen.
Das Eckpunktepapier kann kostenlos angefordert werden beim Ministerium für Gesundheit, Soziales, Frauen und Familie NRW, Broschürenstelle, 40190 Düsseldorf bzw. Steht unter www.mgsff.nrw.de zum Download zur Verfügung.Neue Forschungsergebnisse: Was kostet uns Gewalt?
Welche gesellschaftlichen Kosten verursacht die Gewalt zwischen Personen? Und umgekehrt: Welchen ökonomischen Nutzen bringen z. B. Anti-Gewalt-Programme? Zu diesen Fragen sind ganz aktuell neue internationale Forschungsergebnisse erschienen.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO 2004) hat den Bericht "The Economic Dimensions of Interpersonal Violence" vorgelegt. Er beruht auf einer Metaanalyse von 127 internationalen Studien zu diesem Themenkomplex und steht zum Download im Netz unter http://www.who.int/violence_injury_prevention/publications/violence/economic_dimensions/en/.
Nach ganz aktuellen Berechnungen von Sylvia Walby zu "The Costs of Domestic Violence", die sie im Auftrag der britischen Regierung erstellt hat, verursacht häusliche Gewalt in den gesellschaftlichen Institutionjährlich Kosten in Höhe von £ 3,1 Mrd. Die höchsten Kosten entstehen dieser Studie zufolge im Gesundheitssystem: Der National Health Service muss jährlich ca. £ 1,37 Mrd. zur Behandlung der Folgeschäden häuslicher Gewalt aufbringen.
Dies und weitere Ergebnisse finden Sie unter http://www.womenandequalityunit.gov.uk/domestic_violence/index.htm.
Eine Übersicht über vorliegende Studien zu den wirtschaftlichen Kosten häuslicher Gewalt hat auch die Lobby für Menschenrechte ins Netz gestellt. Nachzuschlagen unter
http://www.lobby-fuer-menschenrechte.de/protestfrauenhausHH.html.
GFMK: Bessere gesundheitliche Versorgung von Frauen mit Gewalterfahrungen
Für eine bessere Versorgung traumatisierter Frauen mit Gewalterfahrungen hat sich die Konferenz der Frauen- und Gleichstellungsminister und -ministerinnen der Länder auf ihrer Jahrestagung am 24./25.06.2004 im Saarland ausgesprochen.
Die Beschlüsse sind nachzulesen unter http://www.soziales.saarland.de/12052.htm.
Netzwerk-AG: Fachartikel Häusliche Gewalt macht krank!
Im Rahmen des Netzwerks Frauen und Gesundheit' NRW hat sich im Anschluss an die 4. Tagung am 07.02.2003 in Dortmund zum Thema "Gewalt und Gesundheit - Erfordernisse an gesundheitliche Versorgung" ("Netzwerk Protokoll 4. Tagung") eine Arbeitsgruppe gebildet. Kolleginnen aus Krankenkassen, Kommunen, Verbänden und der Fraueninfrastruktur wollen durch gemeinsames Engagement in NRW mehr Aufmerksamkeit für das Thema "Gewalt und Gesundheit" erzielen. Ein Ergebnis der Arbeit ist ein Fachartikel zum Thema, der wichtige Informationen für Ärzte, Ärztinnen, medizinisches Personal und andere Interessierte bündelt. Er ist in der Oktoberausgabe 2003 des Westfälischen Ärzteblatts erschienen http://www.aekwl.de/waeb_archiv/waeb1003.pdf und in aktualisierter Form auch in der Februarausgabe des Rheinischen Ärzteblatts abgedruckt http://www.aekno.de/htmljava/i/themenmeldung.asp?id=429.Gutachten für die Enquete
Im Auftrag der Enquetekommission "Zukunft einer frauengerechten Gesundheitsversorgung in NRW" haben Prof. Dr. Carol Hagemann-White und Sabine Bohne, Universität Osnabrück, eine Expertise zu "Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Versorgungsbedarf und Anforderungen an Professionelle im Gesundheitswesen" erstellt. Das Gutachten bietet einen wissenschaftlich fundierten Überblick über den Stand der Forschung und Praxis zum Thema und leitet daraus konkrete Handlungsempfehlungen für NRW ab. Das Gutachten steht zum Download im Internet und ist unter http://www.landtag.nrw.de zu finden über die Stichworte: > Enquetekommission > Zukunft einer frauengerechten Gesundheitsversorgung > Aktuelles.Stellungnahme der Koordinationsstelle zum Gutachten
Die Koordinationsstelle Frauen und Gesundheit hat anlässlich der Vorstellung des Gutachtens im Rahmen eines Fachforum am 19. Mai 2003 im Düsseldorfer Landtag eine Stellungnahme zu "Gewalt gegen Frauen - eine interdisziplinäre Herausforderung" entwickelt. Die Stellungnahme finden Sie hierSIGNAL: Ergebnisse liegen vor
S.I.G.N.A.L. - das steht für ein Projekt gegen häusliche Gewalt am Universitätsklinikum Benjamin Franklin, das darauf zielte, die in der medizinischen Versorgung vorhandenen Präventions- und Interventionsmöglichkeiten gegen Gewalt an Frauen zu nutzen.
Das Projekt wurde drei Jahre lang durch das Institut für Gesundheitswissenschaften der TU Berlin wissenschaftlich begleitet, gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). Die Ergebnisse sind jetzt in dem Handbuch "Häusliche Gewalt gegen Frauen: gesundheitliche Versorgung" veröffentlicht. Es steht zum Download unter: http://www.bmfsfj.de/Kategorien/Forschungsnetz/forschungsberichte.html.WHO-Leitlinien: Medizinisch-juristische Unterstützung für Opfer sexualisierter Gewalt
Die Weltgesundheitsorganisation hat Leitlinien für eine angemessene medizinische und juristische Unterstützung von Opfern sexualisierter Gewalt herausgegeben.
Die Leitlinien sind in englischer Sprache erschienen und können bestellt werden bei der WHO
20 Avenue Appia, 1211 Genf, Schweiz, e-mail: bookorders@who.int
Sie stehen zum Download unter http://whqlibdoc.who.int/publications/2004/924154628X.pdf.Studie: Gesundheitliche Folgen von Menschenhandel
Gewalt macht krank! Für den Zusammenhang zwischen Gewalterfahrungen und gesundheitlichen Beeinträchtigung entwickelt sich zunehmend eine Sensibilität im Gesundheitswesen. Frauen und Mädchen, die Opfer von Menschenhandel sind, sind dabei häufig noch nicht im Blick. Zu dieser Frage ist jetzt eine erste europäische Studie im Rahmen des Daphne-Programms erschienen.USA: Gewaltprävention im Gesundheitswesen
Im Vergleich zur BRD ist die Diskussion um die Handlungsmöglichkeiten des Gesundheitswesens im Umgang mit häuslicher und sexualisierter Gewalt in den USA bereits weiter vorangeschritten. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei auch der Frage, was das Gesundheitswesen zu einer verbesserten Prävention von Gewalt gegen Frauen und Kinder beitragen kann. Zu diesem Themenschwerpunkt gibt es zwei neue Veröffentlichungen:
Graffunder, Corinne M. u. a.: Through a Public Health Lens. Preventing Violence Against Women: An Update from US Centers for Disease Control and Prevention. In: Journal of Womens Health 13 (1) 5-14, kostenloses Subskriptionsexemplar unter: http://www.medscape.com/viewarticle/471011
Mc Farlane, Judith u. a.: Increasing the Safety-Promoting Behaviors of Abused Women. In: American Journal of Nursing 104, March 2004, Nr. 3, pp.40-50, zum Download unter: http://www.nursingcenter.com/library/journalarticleprint.asp?Article_ID=493802Weitere Informationen zum Arbeitsschwerpunkt "Gewalt und gesundheitliche Versorgung" bei:
Gabriele Klärs, Koordinationsstelle Frauen und Gesundheit NRW / Köln, Tel.: (0221) 801 77 78, koordinationFFGZ@frauengesundheit-nrw.de