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Wechseljahre und Hormontherapie - Umdenken erforderlichTagung "Den Wechsel gestalten - Neuorientierungen im Umgang mit der Hormontherapie in den Wechseljahren"
Am 22.04.2005 haben die Koordinationsstelle und das Netzwerk Frauen und Gesundheit NRW mit diesem Titel zu einer Tagung rund um das Thema "Wechseljahre und Hormontherapie" nach Düsseldorf ins Haus der Ärzteschaft eingeladen. Die Sichtweisen und Lebensumstände der Frauen im mittleren Lebensalter kamen dabei ebenso zu Wort wie Fragen und Problemstellungen aus ärztlicher Sicht.
Die Tagungsankündigung, die Abstracts und Vorträge der Referentinnen und Referenten sowie die Pressemitteilungen und Fotos finden Sie hier.Präsentation "Sind das schon die Wechseljahre?"
Im Rahmen der Fachtagung "Den Wechsel gestalten - Neuorientierungen im Umgang mit der Hormontherapie in den Wechseljahren" hat die Koordinationsstelle Frauen und Gesundheit NRW eine Präsentation erstellt, die collagenartig Bilder, Fotos, Karikaturen und Zitate zum Thema "Wechseljahre der Frau" präsentiert und einen kritischen wie unterhaltsamen Blick auf den gesellschaftlichen und medizinischen Umgang mit dem Älterwerden von Frauen wirft. Die Präsentation kann jetzt auch von anderen Organisationen und Personen genutzt werden, um sie z. B. im Rahmen von Veranstaltungen zum Thema einzusetzen. Sie ist als CD-Rom bei der Koordinationsstelle erhältlich und kann über einen PC oder Laptop mit Beamer abgespielt werden. InteressentInnen wenden sich bitte an die Koordinationsstelle in Bad Salzuflen, Dr. Monika Weber, Fon 0 52 22-63 62-94 oder -95, Fax -97, koordinationIZFG@frauengesundheit-nrw.de
Neu: Materialsammlung "Wechseljahre und Hormontherapie"
Durch internationale Forschungsergebnisse ist die Hormontherapie in den Wechseljahren in die Kritik geraten. Der Informationsbedarf ist groß. Aus diesem Anlass hat die Koordinationsstelle Frauen und Gesundheit NRW eine Online-Materialsammlung zum Thema "Wechseljahre und Hormontherapie" erstellt. In der Materialsammlung finden Sie Links und Downloads zu internationalen Forschungsergebnissen (WHI, Million-Women-Study etc.), aktuellen Studien und Gutachten aus der BRD, medizinischen Leitlinien und Empfehlungen, Informationsbroschüren für Patientinnen sowie weiterführenden Informationen. Die Materialsammlung wird laufend aktualisiert.Sie können die Materialsammlung auch als Print-Version kostenlos bei der Koordinationsstelle, Standort Bad Salzuflen bestellen (Fon 0 52 22-63 62 94 oder 95, koordinationIZFG@frauengesundheit-nrw.de).
Neu in der Materialsammlung: eine Liste weiterführender Literatur zum Thema Wechseljahre.
Artikel in der informiert! gibt Überblick
In der 7. Ausgabe unseres Rundbriefs informiert! vom Juni 2004 finden Sie auf den Seiten 4 und 5 einen Artikel zum Thema "Wechseljahre und Hormontherapie", der einen Überblick gibt über internationale Forschungsergebnisse, Politische Initiativen und Entwicklungen in der Medizin zum Thema.Neue WidO-Studie: Frauenärzte unterschätzen Gesundheitsrisiken
Das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) hat eine neue Studie veröffentlicht, die GynäkologInnen nach Ihrer Einstellung zur Hormontherapie befragt hat. Das Institut hatte Anfang 2005 aus den etwa 11 000 in Deutschland niedergelassenen Gynäkologen 401 zufällig ausgewählt und per Telefon zu Einstellungen und Umgang mit der Hormontherapie befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass etwa ein Drittel der Frauenärzte an alten Überzeugungen fest hält - und hier stärker die Männer als die Frauen, stärker die älteren als die jüngeren Kollegen. Obwohl zum Beispiel die neuen Studien der Hoffnung widersprochen haben, dass Hormone vor Herzinfarkten und vor Altersdemenz schützen, glauben nach Ergebnissen der Umfrage immer noch 37 Prozent der Ärzte an solch einen Schutz. "Die Einschätzungen haben sich nicht so verändert, wie man das vor dem Hintergrund der eindeutigen Studienlage erwarten müsste", kritisiert Dr. Bernhard Egger vom AOK-Bundesverband. Ein Grund ist u. a., dass die ÄrztInnen ihre Informationen eher aus Fachzeitschriften und Veröffentlichungen der Fachgesellschaften beziehen als z. B. von der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft oder den Kassenärztlichen Vereinigungen.
Klauber, J. u. a. 2005: Wechseljahre in der Hormontherapie. Informationsquellen und ärztliche Einstellungen in der Praxis. Bonn
Zu bestellen direkt bei der AOK: Tel. 0228-843-131, Fax -144.
Hier finden Sie die Pressemitteilung der AOK zur Veröffentlichung der Studie.
Ein Artikel aus der Verbandszeitschrift fasst die Ergebnisse zusammen.
Alle Unterlagen zum Pressegespräch über die neue Wido-Studie finden Sie unter:
http://www.aok-bv.de/presse/veranstaltungen/index_05020.htmlGleichzeitig wurden neue Verordnungzahlen präsentiert: Die Verschreibungszahlen für Hormonpräparate in der Postmenopause haben sich im Vergleich zu 1999 etwa halbiert und waren vor allem zwischen 2003 und 2004 rückläufig. : Im Jahr 1999, bevor es die ersten schlechten Nachrichten zur Hormontherapie gab, haben deutsche Ärzte noch über eine Milliarde Tagesdosen verschrieben, 2004 waren es noch 459 Millionen.
Die Verordnungszahlen sind in einem Artikel in der Zeitschrift test 7/2005 veröffentlichtJuli 2005 - WHI-Nachfolgestudie belegt Symptome nach Absetzen der HT
Plötzliches Absetzen führt auch nach mehrjähriger Hormoneinnahme noch bei jeder 5. Frau zu typischen klimakterischen Beschwerden - so das Ergebnis einer Nachbefragung von 8408 Teilnehmerinnen acht bis zwölf Monate nach Abbruch der WHI-Studie. Nach Absetzen der Medikamente entschieden sich je die Hälfte etwas für Lifestyle-Strategien - so wird Ernährung und Bewegung als hilfreich empfunden - und die Hälfte für medizinische Therapien, hier war besonders das Gespräch mit dem Arzt/ der Ärztin bedeutsam. Nur wenige greifen erneut zu Hormonen.
Hier eine Zusammenfassung in deutscher Sprache und hier der Originalartikel.
Million Women Studie: Risiko für Gebärmutterkrebs variiert mit Therapiestrategie
Bestimmte Formen der Hormontherapie in den Wechseljahren erhöhen das Risiko für Frauen, an Gebärmutterkrebs zu erkranken, wohingegen dies für andere Formen nicht zutrifft. So ein weiteres Ergebnis der Million Women Study.
Am häufigsten genutzt wird von den Hormonanwenderinnen eine zyklische Kombinationstherapie (45%), diese Form hat keine Auswirkungen auf das Gebärmutterkrebsrisiko. Die Anwenderinnen von Tibolon (9%) und von Östrogenmonopräparaten hingegen tragen ein erhöhtes Risiko (Tibolon 1,79fach, Östrogenmono 1,45fach); während die Einnahme von kontinuierlichen Kombinationspräparaten (22%) das Risiko um das 0,71fache senkt.
Die negativen Effekte treffen vor allem normalgewichtige Frauen, während Übergewicht eher die positiven Effekte befördert. Hier finden Sie das Abstract und hier eine Zusammenfassung in deutscher Sprache.Studie SHIP: Befragung von Frauen zur Hormoneinnahme
In einer bundesdeutschen bevölkerungsbezogenen Befragung sind 2186 Frauen zwischen 20 und 79 in Westpommern zur Inanspruchnahme gynäkologischer Gesundheitsleistungen befragt worden (SHIP - Study of Health in Pomerania). Gefragt wurde u. a. nach der Wahrnehmung der Krebsfrüherkennung, nach gynäkologischen Operationen und nach der Einnahme von Hormonpräparaten. 28% der befragten Frauen über 40 haben demnach mindestens einmalig (post)menopausale Hormonpräparate eingenommen: http://humrep.oxfordjournals.org/cgi/content/abstract/dei161v1Laufendes Forschungsprojekt 2005: Motive von Hormonanwenderinnen
Warum nehmen Frauen in den Wechseljahren Hormonpräparate ein, welche Rolle spielt die ärztliche Beratung und wie erleben Frauen diese, über welche Informationen verfügen Frauen - diesen und ähnlichen Fragen geht eine Studie nach, die beim Projekt zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung in der Freien Hansestadt Bremen e. V. angesiedelt ist und vom AOK Bundesverband gefördert wird. Mehr Infos unter http://www.asfg.uni-bremen.de/projekte/motivhor.phpTKK Juli 2005: Verordnungszahlen von Hormonpräparaten rückläufig
Rückläufige Verordnungszahlen von Hormonpräparaten in den Wechseljahren verzeichnet der aktuelle Gesundheitsreport 2005 der TKK. Während im Jahr 2000 mehr als jedes dritte Mitgliedsfrau in der TKK zwischen 45 und 65 ein solches Medikament verschrieben bekam, ist es im Jahr 2004 nur noch jede Sechste. Insbesondere bei den systemisch verabreichten Östrogenen ist ein Rückgang der verordneten Tagesdosen um gut die Hälfte zu verzeichnen. Mehr dazu auf den Seiten 62ff. im TKK-Gesundheitsreport und im TK-MedienserviceBRIGITTE-woman: Hormone? Ja! Nein!
Ein Streitgespräch pro und contra Hormontherapie zwischen Dr. Eva Schindele, Wissenschaftsjournalistin, und Dr. Kathrin Schaudig, Frauenärztin, hat die Zeitschrift BRIGITTE woman initiiert. Es ist in der Ausgabe 3/2005 veröffentlicht.WidO: Rückgang der Verordnungszahlen in 2004
Am 14. Juni 2004 hatte das Wissenschaftliche Institut der AOK (WidO) Zahlen zur Verschreibung von Hormonpräparaten im Jahr 2003 veröffentlicht. Alle Rezepte für Östrogen- und Östrogen-Kombinationspräparate, die gesetzlich krankenversicherten Frauen 2003 verschrieben wurden, wurden ausgewertet. Danach war die Zahl der verordneten Tagesdosen in 2003 im Vergleich zum Vorjahrswert um knapp 20 Prozent zurück gegangen.
Mehr unter http://www.aok-bv.de/gesundheit/themen/index_00122.html
Deutlicher war der Rückgang in 2004: Zwischen 2004 und 2004 sank die Zahl der verordneten Hormone um fast 34 Prozent; der Umsatz ging um 23 Prozent zurück. Dabei fällt der Rückgang in allen Altersgruppen gleich aus und ist nicht etwa in den höheren Altersgruppen, die eher erhöhte Risiken aufgrund der Dauermedikation tragen, deutlicher sichtbar.
Mehr dazu in einem Artikel in der Juli-Ausgabe der Zeitschrift test.
März 2005: US-MedizinerInnen fordern Entmedikalisierung der Wechseljahre
"Menopause ist keine Krankheit", zu diesem Ergebnis kommen zwölf AutorInnen, die vom Consensus Development Programm des National Institute of Health ausgesucht worden waren, um den Stand der Wissenschaft zur Hormontherapie in den Wechseljahren zusammen zu fassen. Die MedizinerInnen kommen zwar zu dem Ergebnis, dass eine Hormontherapie Wechseljahrsbeschwerden wie Hitzewallungen und vaginale Trockenheit lindern könne, heben aber hervor, dass die meisten Frauen in den Wechseljahren ohne medizinische Behandlung auskommen. Hier finden Sie die Pressenachricht des Deutschen Ärzteblatts vom 29. März 2005 sowie den Entwurf der medizinischen Stellungnahme.WHI, Februar 2005: Hormontherapie nicht zur Prävention oder Behandlung von Inkontinzenz geeignet
Östrogenpräparate oder Östrogen-Gestagen-Kombinationen sind weder zur Prävention noch zur Behandlung von Inkontinzenz geeignet, zu diesem Ergebnis kommt eine Reanalyse der WHI-Studie, die im Journal of the American Medical Association, Ausgabe vom 8. Februar 2005 veröffentlicht ist. Durch die Einnahme von Hormonpräparaten erkranken signifikant mehr Frauen an Inkontinenz, vor allem Stressinkontinenz (Risiko 1,87fach). Bei den Frauen, die schon vorher Probleme mit Inkontinenz hatten, haben sich die Symptome verschlechtert und die Frauen fühlten sich stärker in ihrem Alltagsleben eingeschränkt.SWAN-Studie: Was passiert in den Wechseljahren?
Die Wechseljahre als Übergangszeit stehen im Mittelpunkt der SWAN-Studie, einer multiethnischen Langzeitstudie an 3300 Frauen vor und zu Beginn der Wechseljahre. Was passiert in dieser Übergangszeit und in welchem Zusammenhang stehen die Prozesse zu den hormonellen Veränderungen? Die Frauen werden jährlich untersucht und interviewt. Die Ergebnisse stellen bisherige theoretische Annahmen z. T. in Frage und eröffnen spannende Perspektiven auf diese Lebensphase der Frau. Einen Überblick über die bisherigen Forschungsergebnisse bis 2005 finden Sie hier.Erfahrungsberichte zur Verschreibungspraxis von Hormonen in den Wechseljahren gesucht
Wie werden Frauen heute durch Gynäkologinnen und Gynäkologen über die Risiken der Hormontherapie in den Wechseljahren aufgeklärt? Ist es den Frauen möglich, eine informierte Entscheidung zu treffen? Die Frauengesundheitszentren in Bremen und Frankfurt a. M. laden betroffene Frauen ein, ihre Erfahrungen in gynäkologischen Praxen zur Verschreibungspraxis von Hormonen zu beschreiben und auszutauschen. Das Bremer Internetportal "gesche.online" hat dafür ein offenes Forum eingerichtet: www.gesche.bremen.de.TKK gibt Patientinneninformation "Wechseljahre und Hormontherapie" heraus
Eine 32seitige Informationsbroschüre "Wechseljahre und Hormontherapie. Eine Information für Frauen" hat die Techniker Krankenkasse Anfang 2005 herausgegeben. Die Broschüre beleuchtet die Wechseljahre, ihre Ursachen und Anzeichen und informiert über die verschiedenen Formen der Hormontherapie, ihre Gegenanzeigen, Nebenwirkungen und Risiken. Unterschiedliche Wechseljahrsbeschwerden werden beleuchtet und es wird jeweils gefragt, ob die Hormontherapie hier eine sinnvolle Behandlungsmöglichkeit ist. Die Broschüre ist kostenlos in allen TKK-Geschäftsstellen erhältlich.Abschlusstagung BKF, Januar 2005: Memorandum zur Hormontherapie in den Wechseljahren
Anlässlich der Abschlusstagung der Bundeskoordination Frauengesundheit am 24.01.2005 in Berlin haben verschiedene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ein Memorandum "Informationen zur Hormontherapie in den Wechseljahren - Zur Notwendigkeit adäquater Entscheidungshilfen für Patientinnen, Verbraucherinnen und ÄrztInnen" herausgegeben. Angesichts der unterschiedlichen Interessenlagen von Pharmaindustrie und Apotheken, Ärztinnen und Ärzten, Patientinnen und Krankenkassen fordern sie hinsichtlich der Hormontherapie in den Wechseljahren eine verständliche, leicht zugängliche, anbieterunabhängige und evidenzbasierte Information für Frauen. Weiterhin setzen sie sich für eine Verankerung der Prinzipien evidenzbasierter Medizin und detaillierter Methodenkenntnisse in der ärztlichen Ausbildung und in den ärztlichen Institutionen (z. B. Kammern, Kommissionen und Kassenärztlichen Vereinigungen), eine verbesserte Fortbildung für ÄrztInnen und ApothekerInnen, die multidisziplinäre Kooperation zwischen Ärzteschaft, Krankenkassen und Frauengesundheitsbewegung, Wirksamkeitsstudien für alternative Arzneimittel sowie eine Gegenöffentlichkeit zur allgegenwärtigen Ärzte- und Pharmainformation und eine Abkehr von der Medikalisierung der Wechseljahre ein.GEK-Arzneimittelreport 2004: Veränderungen in der Verordnungspraxis
Ein gesondertes Kapitel zur Hormontherapie in den Wechseljahren enthält der GEK-Arzneimittelreport 2004. Es gibt Aufschluss über Veränderungen in der Verordnungspraxis zwischen 2000 und 2003. Die Verkaufzahlen für die vier meistverkauften Östrogen-Gestagen-Präparate sind demnach von 2000 bis 2003 um rund 30% zurückgegangen, insgesamt ist das Verkaufsvolumen aller Präparate um 22% gesunken. Die Verordnungszahlen sind eher in der Gruppe der jüngeren Frauen zurück gegangen (-17% bei den 50 bis 54jährigen Frauen), für die Gruppe der 65jährigen und älteren liegt der Rückgang hingegen unter 10. Dabei gibt es erhebliche regionale Unterschiede.
Der Report steht zum Download bereit unter http://media.gek.de/downloads/magazine/ArzneimittelReport04_GEK.pdf. Das Kapitel zur Hormontherapie finden Sie auf den Seiten 101-126.Juli 2004: Arzneimittelvereinbarung zwischen GKV und KV Nordrhein fordert 40% Rückgang bei Hormonpräparaten
In ihrer Arznei- und Verbandmittelvereinbarung für das Jahr 2004 weisen die Gesetzlichen Krankenversicherungen und die KV Nordrhein insbesondere darauf hin, dass durch eine strikte Einhaltung der Leitlinien und Empfehlungen zur Hormontherapie bei der Frau eine Unterschreitung des Arzneimittelvolumens möglich ist. Zielvorgabe ist eine Absenkung des Umsatzanteils der Hormonpräparate um 40% im Vergleich zum Vorjahr.6. Mai 2004: Bescheid des BfArM zu Estrogen- und Gestagenhaltigen Arzneimitteln
Laut Bescheid des BfArM sind mit Wirkung zum 1. Juli 2004 u. a. folgende Änderungen in den Fach- und Gebrauchsinformationen vorzunehmen: Es muss darauf hingewiesen werden, dass eine Anwendung der Estrogen- und Gestagenhaltigen Arzneimittel nur bei Exstrogenmangelsymptomen und bei Beeinträchtigung der Lebensqualität erfolgt. Es gibt deutliche Einschränkung der Indikation Osteoporoseprophylaxe und verpflichtende Hinweise auf die Risiken für Demenz, Brustkrebs und koronare Herzkrankheit. Sowohl bei Beginn als auch bei Fortführung soll die niedrigste wirksame Dosis gewählt werden; die Therapiedauer sollte möglichst kurz sein.FFGZ Berlin: Faltblatt "Wie steige ich aus?"
Das Feministische FrauenGesundheitsZentrum Berlin e. V. hat ein neues Faltblatt mit dem Titel "Die Hormontherapie in und nach den Wechseljahren? - Wie steige ich aus?" herausgegeben.
Neben diversen Fachgesellschaften und dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) empfiehlt auch das Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung, Hormone in den Wechseljahren nur noch bei sehr starken Beschwerden, für einen kurzen Zeitraum und so niedrig dosiert wie möglich einzunehmen.
Um kein weiteres Gesundheitsrisiko einzugehen, setzen mehr und mehr Frauen die Hormone ab. Das Faltblatt gibt Hilfestellung dabei.
Es kann bezogen werden über www.ffgz.de.Brigitte-Studie: Beratung zur Hormontherapie durch FrauenärztInnen
Ein knappes Drittel der Patientinnen (30,8%) zwischen 45 und 65 Jahren fühlen sich in Fragen der Hormontherapie in den Wechseljahren gut beraten durch ihren Frauenarzt oder ihre Frauenärztin. Bei knapp jeder Vierten (22,8%) gehörten auch Hinweise auf Alternativen zur Hormontherapie durch Ernährung, Bewegung und pflanzliche Präparate zu dieser Beratung. Jeder 14. Frau wurden künstliche Hormone jedoch auch ohne Aufklärung über die Risiken verschrieben.
Das ergab eine repräsentative Umfrage im Auftrag der Frauenzeitschrift BRIGITTE unter 1000 Frauen im Alter ab 14 Jahren, die Frauen zu ihrer Zufriedenheit und ihren Erfahrungen mit Frauenärztinnen und Frauenärzten befragt hat. Ein weiteres Ergebnis zeigt, dass sich ein Wandel im Bewusstsein von Frauen vollzieht: Während im Jahr 2002 20 % der Patientinnen gegen eine Hormontherapie eingestellt waren, waren es im Jahr 2003 30 % und in 2004 stieg diese Rate auf 40,8% aller Frauen über 45.
Mehr Infos in der Ausgabe 21-2004 der Brigitte oder unter http://www.brigitte.de/gesund/a_z/frauenarztumfrage/index.html
Verbraucher-Zentrale NRW aktualisiert Ratgeber "Wechseljahre"
Auf der Grundlage der neuesten Forschungsergebnisse hat die Verbraucherzentrale ihren Ratgeber "Wechseljahre - Was Frauen wissen sollten" aktualisiert. Das Buch gibt Frauen einen Überblick über die körperlichen Signale der Wechseljahre, beleuchtet das Für und Wider der Hormontherapie und beantwortet die Frage, welche nicht- medikamentösen Maßnahmen Beschwerden lindern können. Der Ratgeber hält außerdem Tipps bereit, wie sich Frauen mittels gesunder Ernährung und Bewegung besser gegen Osteoporose und Herz- Kreislauf- Krankheiten schützen können. Mehr Infos und Bestellmodalitäten hier.
Juni 2004: GMK fasst Beschluss "Hormontherapie in den Wechseljahren"
Auf der 77. Sitzung der Gesundheitsministerkonferenz am 17. und 18. Juni 2004 haben die GesundheitsministerInnen der Länder die Informationsbroschüre des BMGS ebenso wie die Reaktionen von BfArM und AKDÄ begrüßt und fordern die Fachgesellschaften und Ärztekammern auf, die Evidenz wissenschaftlicher Erkenntnisse zur Hormontherapie in der Versorgungspraxis zügig umzusetzen.Meta-Analyse: Hormontherapie erhöht Schlaganfallrisiko
Eine Hormonersatztherapie (HRT) bei Frauen in der Postmenopause erhöht das Schlaganfallrisiko um knapp ein Drittel. Das ist das Ergebnis einer Meta-Analyse, die auf dem Europäischen Schlaganfallkongress in Mannheim vorgestellt wurde. Das Ergebnis beruht auf der Auswertung von 18 kontrollierten Studien zur postmenopausalen Hormonersatz-Therapie mit knapp 35 000 Patientinnen. In ihrer Meta-Analyse zählten die Briten 916 Frauen, die in einer der Studien im jeweiligen Beobachtungszeitraum einen Schlaganfall erlitten hatten. Dabei lag die Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses unter Therapie um 29 Prozent über der in den Placebo-Gruppen. Der Unterschied sei hochsignifikant, so Gray. Betrachte man nur die tödlich verlaufenden Schlaganfälle, so gebe es ebenfalls einen allerdings nicht signifikanten Trend zu ungunsten der HRT. (Quelle: Ärzte-Zeitung vom 17.05.2004, http://www.aerztezeitung.de/docs/2004/05/17/091a1502.asp?cat=)
5. Mai 2004: DGGG veröffentlicht neue Konsensusempfehlungen
Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe hat neue "Konsensusempfehlungen zur Hormontherapie im Klimakterium und in der Postmenopause" veröffentlicht. Diese lösen die Konsensusempfehlungen aus dem Jahr 2002 ab. Sie empfehlen eine Hormontherapie nur bei bestehender Indikation und nach Risiko-Nutzen-Abwägung gemeinsam mit der Patientin.März 2004: Netzwerk Frauen und Gesundheit NRW tagt zum Thema "Wechseljahre und Hormontherapie"
Am 23.03.2004 tagte das Netzwerk Frauen und Gesundheit NRW zum Thema "Wechseljahre und Hormontherapie". ReferentInnen waren Prof. Dr. Petra Kolip und Prof. Dr. Eberhard Greiser, beide Universität Bremen. Übereinstimmend stellten die Teilnehmerinnen Handlungsbedarf im Hinblick auf eine verbesserte Information sowohl der Ärzteschaft als auch der Verbraucherinnen/ Patientinnen in NRW statt. Weiterführende Perspektiven wurden gemeinsam diskutiert. Nähere Informationen können Sie dem Protokoll der Tagung entnehmen.März 2004: Abbruch des zweiten Arms der WHI-Studie
Östrogenmonopräparate schützen Frauen nicht vor Herzinfarkt, sondern erhöhen ihr Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden. Mit diesem Ergebnis wurde Anfang März 2004 auch der zweite Arm der WHI-Studie abgebrochen. 5500 hysterektomierte Frauen hatten über eine Dauer von fast sieben Jahren konjugierte Östrogene eingenommen, 500 Frauen ein Placebo. Die Forschungsergebnisse, die zu dieser Entscheidung geführt haben, wurden im Sommer im Journal of the American Medical Association (JAMA) veröffentlicht.Gutachten der Enquete-Kommission zum Thema "Hormontherapie in den Wechseljahren"
"Wechseljahrshormone erhöhen Krebserkrankungsrisiko bei Frauen" zu diesem Ergebnis kommt ein jüngst veröffentlichtes Gutachten der Enquetekommission "Zukunft einer frauengerechten Gesundheitsversorgung in NRW". Damit bestätigt sich, dass die besorgniserregenden Ergebnisse aus internationalen Studien sich durchaus mit bundesdeutschen Erkenntnissen decken. Das Gutachten findet sich unter http://www.landtag.nrw.de über die Stichworte: Parlament > Enquetekommission > Zukunft einer frauengerechten Gesundheitsversorgung > Aktuelles.Landtagsbeschluss: Praxis der Hormonverschreibungen verändern
Auf der Basis des oben genannten Gutachtens hat der Landtag NRW auf Antrag der Fraktionen von SPD, CDU und Bündnis 90/Die Grünen den Beschluss gefasst "Patientinnen schützen - Praxis der Hormonverschreibungen vor, während und nach den Wechseljahren" verändern. Der Antrag zielt auf eine verbesserte Information sowohl der Patientinnen als auch der Ärzteschaft.